Einleitung:

Hallo und herzlich willkommen zu diesen neuen Blog Serie. Diese Serie bekommt von mir den Namen „Das muss ich jetzt drücken“  und ist das Gegenstück zum Live Workshop “ Was drücke ich wann?“ Das bedeutet, dass ich euch in dieser Serie so gut es geht, die Theorie im Umgang mit der Fotografie erklären werde.

Den besten Lern erfolgt habt ihr dann, wenn ihr euch diese Serie anseht und damit die Basic Begriffe kennenlernt und anschließend den Live Workshop besucht, wo wir diese Themen und viele weitere mit vielen Praxis Beispielen erlernen und umsetzen.

Viele Personen kaufen sich eine Spiegelreflex oder Systemkamera um zu Hause tolle Bilder zu machen. Bei vielen kommt nach kurzer Zeit die Ernüchterung das die neue Kamera gar nicht so tolle Fotos mach und man mit dem Handy ja genauso gut Bilder machen könne. Dazu muss ich sagen Ja das stimmt zu einem gewissen Teil, bei guten Lichtverhältnissen und sehr guten Bedingungen klappt vieles auch mit dem Handy.  Jedoch sind viele Bilder nicht nur besser, sondern auch leichter mit einer richtigen Kamera festzuhalten. Warum sind, dann meistens so viele Personen nicht zufrieden mit der Leistung Ihrer Kamera? Oder trauen sich nicht die volle Kontrolle über Ihre Kamera zu übernehmen?

Die Antwort lautet: mangelndes Wissen und Faulheit

Jetzt wird sich der eine oder andere Denken, okay mangelndes Wissen verstehe ich noch, aber Faulheit das geht doch zu Weit. Ich sage Nein, es ist die Wahrheit. Mann muss nur Unterscheiden welche Faulheit damit gemeint ist, es ist nicht die Faulheit an sich, sondern, es nehmen sich die Leute keine Zeit, um die Kamera kennenzulernen und zu begreifen, wie etwas funktioniert. Oder wann hattest Du als letztes Deine Kamera in der Hand und hast damit bewusst ein Foto gemacht? Mindestens 90 % werden jetzt sagen, das dies mindestens 2 Wochen oder länger her ist.
Das ist auch der Grund warum viele sich auf die Programm Automatik der Kamera verlassen und sich wundern, warum das Bild nicht so geworden ist, wie Sie das möchten.

Wie lösen wir dieses Problem?

Der einfachste Weg jetzt ist einmal sich diese kostenlose Beiträge durchzulesen und zu erlernen.  Also legen wir los.

Kapitel 1: Grundlagen der Fotografie:

Welche Grundlagen sind die Wichtigsten und welche sind Sie?
Die elementarsten technischen Grundlagen der Fotografie sollen dir Unbedingte bekannt sein. Diese sind die Blende. Wozu dient der ISO-Wert? Wann verwende ich welche Belichtungszeit?  und am Schluss stellt sich noch die Frage wie diese  drei grundlegenden Faktoren miteinander in Beziehung stehen und welche Auswirkungen sie auf die Belichtung und die Bildgestaltung haben. Die folgenden drei Beiträge Blende, Zeit und ISO beantworten dir diese Fragen.
In diesem Beitrag möchte ich dir als Erstes die Belichtungszeit erklären.

Belichtungszeit

Erklärung: Die Belichtungszeit bestimmt die Länge der Zeit die das Licht auf den Sensor fällt. Der Verschluss der Kamera wird für diesen Zeitraum geöffnet und macht so den Weg für das Licht zum Sensor frei. Je länger der Verschluss geöffnet ist, umso mehr Licht steht für das Bild zur Verfügung.
Somit hat dieser Vorgang einerseits Auswirkungen auf die Lichtmenge und somit die Helligkeit des Fotos. Andere seit bestimmt dieser, ob ein Bild verwackelt ist.

Ein einfaches Beispiel: Möchtet Ihr ein vorbei fahrendes Auto scharf ablichten dann müsst ihr dazu eine kurze Verschlusszeit verwenden. Das hat damit zu tun das sich das Auto im Bild während der Auslösung weiter bewegt und um damit es zu keinem verwischten Effekt bekommen, darf der Verschluss nur sehr kurz geöffnet werden.

Auf der anderen Seite möchte ich Bewegung im Bild zeigen. Wie im Beispiel mit dem Wasserfall dann muss ich eine längere Verschlusszeit wählen.

Belichtungszeit an der Kamera einstellen

Die Belichtungszeit lässt sich bei den meisten Kameras im Modus S/TV oder M am linken Programmwahlrad einstellen. Die Belichtungszeit wird im Display mit 1/Zahl dargestellt. Dort kann dann z.B.  1/125 angezeigt werden. Durch das Drehen der Wahlräder  kannst du jetzt deine beliebige Belichtungszeit auswählen.

Wenn du dir nicht sicher bist, wie ganze auf deiner Kamera aussieht, benutze dazu bitte dein Kamerahandbuch.

Wann nutze ich welche Belichtungszeit ?

Jetzt wo wir uns in der Programmautomatik für die Belichtungszeit befinden. Können wir uns überlegend was wir fotografieren möchten.
Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten.

  1.  Möchte ich Bewegung einfrieren oder
  2.  Möchte ich Bewegung darstellen

Wenn du weißt, was du möchtest, dann kannst du die Verschlusszeit danach einstellen.

Beispiele:

  • Wenn sich das Motiv bewegt und du es trotzdem scharf darstellen möchtest, musst du eine sehr kurze Belichtungszeit wählen. Wie kurz, das hängt von der Geschwindigkeit des Motivs ab – je schneller das Motiv, umso kürzer die Belichtungszeit.
  • Wenn sich das Motiv bewegt und du möchtest die Bewegung darstellen (Wasserfall) dann musst du die Belichtungszeit so langsam wählen, dass du die Bewegung des Wassers nach deinem Geschmack einfangen kannst.

Achtung Verwacklungsgefahr!

  • Wenn du aber aus der Hand fotografierst, musst du auch auf die Belichtungszeit achten. Bei einer zu langen Belichtungszeit bewegst du automatisch irgendwann auch die Kamera etwas und dann ist das Bild “verwackelt”. Mit welcher Belichtungszeit du noch gut aus der Hand fotografieren kannst, hängt auch von der verwendeten Brennweite ab. Je länger die Brennweite, umso kürzer muss die Belichtungszeit für Aufnahmen ohne Stativ sein.

Übung: Belichtungszeit

Kommen wir nun zu Übungen um dieses Kapitel praktisch zu verstehen.

Such dir ein sich  bewegendes Motiv. Das kann ein vorbeifahrendes Auto sein, Windräder, fließendes Wasser, vom Wind verwehte Fahnen – egal.

  1. Stelle jetzt deine Kamera auf den Modus S/TV.
  2. Stelle nun wiederum mithilfe deiner Anleitung eine sehr kurze Belichtungszeit ein, am besten so kurz wie es bei deiner Kamera geht.
    Das kann z.B. eine 1/4000 s sein.
  3. Mache ein Foto.
  4. Verlängere die Belichtungszeit etwas, mache wieder ein Foto.
    Wiederhole diesen Schritt 4-5 mal bis du bei einer Verschlusszeit von ca. 1/10 angekommen bist
    Achtung: Achte bei der längeren Belichtungszeit darauf, dass du die Kamera entweder auf einem Stativ oder auf einem stabilen Untergrund ablegst. Es kann an sonst zu Verwackelnden Aufnahmen kommen.
  5. Sieh dir die Bilder anschließend an.
  • Welche Auswirkungen hatte die Belichtungszeit auf dein Bild?
  • Wann wurde Bewegungsunschärfe sichtbar?
  • Gibt eine längere Belichtungszeit deinem Foto vielleicht eine kreative Note?

Fazit:

In diesem Kapitel hast du jetzt die Grundlagen der Belichtungszeit erfahren. Und du konntest sehen das Sie nicht schwer zu Beherrschen ist.
Also Gedächtnisstütze kannst du dir noch abschließend Merken:

Scharfe Bilder:

Schnelle Bewegung = kurze Verschlusszeit       |     langsame Bewegung = lange Verschlusszeit

Bewegung im Bild zeigen = längere Verschlusszeit