Einleitung:

Hallo und herzlich willkommen zum 2 Teil  diesen neuen Blog Serie. Diese Serie bekommt von mir den Namen „Das muss ich jetzt drücken“  und ist das Gegenstück zum Live Workshop “ Was drücke ich wann?“ Das bedeutet, dass ich euch in dieser Serie so gut es geht, die Theorie im Umgang mit der Fotografie erklären werde.

Den besten Lern erfolgt habt ihr dann, wenn ihr euch diese Serie anseht und damit die Basic Begriffe kennenlernt und anschließend den Live Workshop besucht, wo wir diese Themen und viele weitere mit vielen Praxis Beispielen erlernen und umsetzen.

Kapitel 1: Grundlagen der Fotografie: Die Blende

Die Belichtung eines Fotos kann durch drei Parameter verändert werden: durch Blende, Belichtungszeit und ISO.  Die Belichtungszeit habt ihr schon  im 1. Teil dieser Serie kennengelernt.  Im 2. Teil  kümmern wir uns jetzt um die Blende. Diese bezeichnet dabei eine Vorrichtung am Objektiv, die reguliert, wie viel Licht auf den Sensor fällt. Auch die Schärfentiefe eines Bildes wird über die Blende angepasst.

Die Blende

Erklärung:  In eurem Objektive sind sogenannte Blenden Lamellen verbaut, die wir nach unseren wünschen schließen und öffnen können. Wenn wir die Lamellen öffnen sprechen wir daher von einer offenen Blende, wenn wir die Lamellen schließen, verkleinert sich der Durchmesser der Öffnung und man spricht von einer geschlossenen Blende. Soweit zur Theorie. Wie können wir das uns jetzt vorstellen? Das möchte ich euch mit einem Beispiel erklären. Stellt euch dazu einfach einen Gartenschlauch und einen Feuerwehrschlauch vor. Wollen wir jetzt eine Badewanne mit Wasser befüllen, dann klappt das mit einem Feuerwehrschlauch (Große Öffnung – kleine Blende) schneller als mit einem Gartenschlauch (kleine Öffnung – große Blende). So könnt ihr euch also merken das durch eine große Öffnung, also einer offenen Blende viel mehr Licht auf den Sensor in der gleichen Zeit treffen kann als mit einer geschlossenen.

Ein einfaches Beispiel: Ihr steht in einem Raum, wo es relative Dunkel ist und möchtet diesen Fotografieren. Die ersten Bilder sind euch zu dunkel geworden und ihr möchtet diese gerne heller und freundlicher festhalten. Wir nehmen  jetzt an das ihr nur die Blende verwenden könnt und keine weiteren Hilfsmittel wie Blitz oder Licht zu Verfügung habt. Wie bekommen wir jetzt ein richtig belichtetest Bild?
Die Lösung bedeutet wir öffnen die Blende soweit das wir in der gleichen Zeit mehr Licht auf den Sensor bekommen, um so das Bild heller zu belichten.
Umgekehrt wäre es das gleiche, wenn uns das Bild zu hell ist dann schließen wir die Blende, um so das eintreffende Licht zu reduzieren.

Die Blende an der Kamera einstellen

Die Belichtungszeit lässt sich bei den meisten Kameras im Modus Av oder M am linken Programmwahlrad einstellen. Die Belichtungszeit wird im Display mit F Zahl dargestellt. Dort kann dann z.B.  f 5.6 angezeigt werden. Durch das Drehen der Wahlräder  kannst du jetzt deine beliebige Blende auswählen.

Wenn du dir nicht sicher bist, wie ganze auf deiner Kamera aussieht, benutze dazu bitte dein Kamerahandbuch.

Verringert man die Zahl zb. von f5.6 auf f3.5 dann öffnen man die Blende und das Bild wird heller.  Umgekehrt schließt man die Blende von f5.6 auf 11.0 dann wird das Bild dunkler.

Welche Blende hat mein Objektive?

Du wirst dich jetzt sicher fragen kann ich jede beliebige Blende an meiner Kamera einstellen, die ich benötige. Die Antwort lautet Jein. Welche Blenden dir zu Verfügung stehen bestimmt dein verwendetes Objektive.

Es gibt Objektive unterschiedlichster Arten, die einen haben einen großen Brennweitenbereich (das bedeutet du kannst Dinge nah ran holen) andere wieder sind auf eine fixe Brennweite beschränkt. (Festbrennweiten)

Nimm dir dein Objektive zur Hand und schau nach dieser Bezeichnung , diese kann sich von diesem Unterscheiden, wenn du einen anderen Objektive Hersteller besitzt. Die Blende wird jedoch immer gleich angegeben.

Auf unserem Beispiel wird eine kleinst mögliche Blende von 3.5 – 5.6 beschrieben. Das bedeutet, dass die kleinst mögliche Blende an die Brennweite gekoppelt ist.

Benutzen wir eine Brennweite von 18 mm steht uns eine Blende von 3.5 zur Verfügung. Nutzen wir stattdessen eine Brennweite von 55 mm haben wir nur mehr eine Blende von 5.6 oder höher zur Verfügung. Bessere und teure Objektive besitzen meistens eine durchgehende Blende auf allen Brennweitenbereichen.
Eine gute alternative sind Festbrennweiten, diese sind in der Brennweite limitiert also fest vorgegeben besitzen jedoch eine viel größere Blendenöffnung.

Die Schärfentiefe

Um den Begriff besser zu verstehen, kann die folgende Definition helfen:

Die Schärfentiefe bezeichnet den Bereich im Bild (die Tiefe), der scharf dargestellt wird.

Bei einem sehr kleinen Bereich (unscharfer Hintergrund) spricht man von einer geringen Schärfentiefe. Wenn sehr viel im Bild scharf abgebildet ist, spricht man von einer großen Schärfentiefe.

Dabei lässt sich die Schärfentiefe verändern, um bewusst zu bestimmen, wie groß der scharf dargestellte Bereich im Bild ist. Dieser wird durch die Blende bestimmt. Schließen wir jetzt die Blende bekommen wir eine große Schärfentiefe. Öffnen wir die Blende wird nur mehr ein sehr kleiner Bereich im Bild scharf dargestellt. Gerade in der Portraitfotografie werden oft offene Blenden verwendet, um die Motive vom Hintergrund abzugrenzen und einen weichen und verschwommen Bildlook zu erschaffen.

Übung: Belichtungszeit

Kommen wir nun zu Übungen um dieses Kapitel praktisch zu verstehen.

Such dir ein beliebiges Motiv. Das kann eine Person, ein Gegenstand oder dein Haustier sein.

  1. Stelle jetzt deine Kamera auf den Modus Av. In diesem Modus wählt die Kamera die richtige Belichtung und du kannst dich auf  die Schärfentiefe konzentrieren.
  2. Stelle nun wiederum mithilfe deiner Anleitung eine sehr kleine Blende ein. Nutze dazu dein bestes Objektive Festbrennweite
    Das kann z.B. eine f.3.5 oder kleiner sein.
  3. Mache ein Foto.
  4. Schließe jetzt die Blende auf  f5.0 etwas, mache wieder ein Foto.
    Wiederhole diesen Schritt 4-5 mal bis du bei einer Blende von f16 angekommen bist
    Achtung: Es kann jetzt sein das je nach Umgebung deine Bilder schwarz werden. Das hängt von der vorhanden Lichtmenge im Raum ab.
  5. Sieh dir die Bilder anschließend an.
  • Welche Auswirkungen hatte die Blende auf dein Bild?
  • Wann wurde die Tiefenschärfe sichtbar?
  • Sieht dir an, wie du bei niedrigen Blenden dein Motiv vom Hintergrund freistellen kannst.

Fazit:

In diesem Kapitel hast du jetzt die Grundlagen der Blende erfahren. Und du konntest sehen das Sie nicht schwer zu beherrschen ist.
Also Gedächtnisstütze kannst du dir noch abschließend Merken:

Offene Blende:

Hellere Fotos  + unscharfer Hintergrund      

Geschlossene Blende:

Dunklere Fotos + scharfer Hintergrund

Die Helligkeit der Bilder wird sich nur ändern, wenn das Limit deiner Kamera erreicht ist oder du im manuellen Modus ( M) fotografierst.